Yang Jun und die Tai Chi Chuan Symposien in den USA

Klassische Schriften/ Tai-Chi-Klassiker

Yang Juns Botschaft "Tai Chi ist EINE Familie" schafft eine neue Perspektive der Gemeinsamkeiten. Dies ist riskant, denn chinesische Verbände verfolgten schon immer sehr divergierende Interessen. Die zugrundeliegende Motivation ist wohl die steigende Verbreitung und Attraktivität konkurrierender Gesundheitsprogramme wie Yoga oder Faszien-Fitness.

Schaut man sich die behaupteten Gemeinsamkeiten aller Taiji-Stile einmal genauer an, so stößt man rasch auf Ungereimtheiten.

Alle sind sich einig über die angebliche "Einzigartigkeit", derzufolge Tai Chi neben dem Bagua und dem Xingyi die einzige Innere Kampfkunst sei.

Als Ausgangspunkt eignet sich ein Blick auf die sogenannten "Klassiker". Dies sind klassische Schriften, die zum Taijiquan in einer Beziehung stehen. In diesen Schriften geht es um das beanspruchte "Alleinstellungsmerkmal" der "Inneren Prinzipien", die es in anderen Kampfkünsten nicht gäbe.

 

Tai-Chi-Klassiker

Bereits recht früh in der Taiji-Historie wird eine Werthaftigkeit beansprucht:

Es gibt viele andere Kampfkunst-Richtungen. Obwohl sie Unterschiede aufweisen, so bleiben sie doch auf dieser Ebene: Kraft schlägt Schwäche, Langsamkeit unterliegt Schnelligkeit, der Starke besiegt den Schwachen und langsame Hände unterliegen den schnellen. All dies sind angeborene körperliche Gaben, die nichts zu tun haben mit Fähigkeiten, die durch ernsthaftes Studium erreicht werden. Quelle: Wang Tsung-Yueh’s Treatise on Taiji Quan ‘Yang Family Secret Transmissions’. Compiled and translated by Douglas Wile  (1)

 

(1)

There are many other schools of martial arts. Although there are differences in style, they do not go beyond strength bullying weakness and slowness giving way to speed, the strong beating the weak and slow hands yielding to fast. All of this is native physical endowment and has noting to do with what is acquired through serious study.

Source: Wang Tsung-Yueh’s Treatise on Taiji Quan ‘Yang Family Secret Transmissions’. Compiled and translated by Douglas Wile

Andere Fassung:

There are very many schools, and although they are distinguished by different regimens, they do not go beyond the strong bullying the weak, and the slow yeilding to the fast. The strong beating the weak, slow hands yeilding to fast hands, these are all the result of natural ability and are not related to the results of diligent study. Examine the saying "four ounces deflects 1,000 pounds," it is evident this is not achieved by strength; observe an old man defending himself from a gang, how can this be done by speed?

Diese steigert sich bekanntlich in den Formulierungen von Yang Chengfus Zehn Prinzipien:

Doch höchste Prinzipien anderer Kampfkünste klingen ähnlich - man könnte sagen: "Das "Rad wurde mehrfach erfunden". Eine wissenschaftliche DTB-Studie untersucht erstmalig systematisch solche Zusammenhänge. Es ist eine vergleichende sino-japanische Forschungsreihe.

Tai Chi Prinzipien des Yang-Stils und Wu-Stils

Yang Zhenduo hat bekanntlich die von seinem Vater Yang Chengfu standardisierten Prinzipien als Kritierium eingeführt, um richtiges Tai Chi von falschem zu scheiden. der neue Yang-Stil-Linienhalter Yang Jun hat nun unlängst die "Essentiellen Punkte" als Kritierium für "Traditionelles Tai Chi" benannt. Diese überraschende Deutung könnte seine Schüler jedoch aus mehreren Gründen in arge Bedrängnis bringen. Quelle: Saltshop Manuals und Tai Chi Prinzipien).